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Leserbrief zur Initiative Seebrücke

Erwiderung auf die Leserbriefe von Sänze und Banholzer

Von der AfD habe ich keine andere Reaktion auf die Einrichtung von sicheren Häfen für Geflüchtete erwartet. Gehört zu Ihrem Selbstverständnis doch die Abschottung gegen alles, was in Ihren Augen nicht deutsch ist. Egal, ob dies nun Ausländer aller Art, Migranten oder Deutsche sind, die nicht ihre Anschauungen vertreten. Sich darüber aufzuregen, dass die Aktion Seebrücke von der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ unterstützt wird, die 1947 gegründet wurde und die auch DGB nah ist, ist heuchlerisch. Werden Teile der AfD selbst vom Verfassungsschutz beobachtet. Und das mit Recht. Sich bei diesem Hintergrund als bürgerliche Kraft darzustellen, soll nur von ihrem rechtsradikalen Hintergrund ablenken. Wählern muss bewusst sein, wen sie hier wählen. Die Aktion Seebrücke wird von vielen unterschiedlichen Verbänden unterstützt. AWO, Pax Christi und viele andere Vereinigungen gehören dazu.
Aber auch Banholzer spielt auf der Klaviatur der Angst vor jungen muslimischen Flüchtenden. Schade eigentlich. Die meiste Angst haben erfahrungsgemäß die Menschen, die keine Kontakte zu Geflüchteten haben. Es geht hier auch nicht um eine Verklärung der ankommenden Menschen. Es geht darum, dass die Rettung der Geflüchteten aus Seenot kriminalisiert wird und um die massive Abschottungspolitik Europas. Kriminell sind ohne Frage die Schlepper, aber nicht die Flüchtenden und die Seenotretter. Da spielen sich menschliche Tragödien ab. Und diese Menschen werden zum Spielball der Politik. Man kann es sich leicht machen. Man kann sich auf übergeordnete politische Zuständigkeiten berufen. Auf Rechtsstaatlichkeit. Aber wie gerecht ist denn ein Staat, wenn er nicht barmherzig sein darf? Wer ist denn der Staat, wenn nicht wir? Das politische Handeln, das Herr Banholzer beschreibt, kann nur verfolgt werden, wenn ausgeblendet wird, dass es sich um persönliche Schicksale handelt. Aus meinem christlichen Selbstverständnis heraus sind wir aufgefordert zu helfen. Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, dass habt ihr mir getan. Der "sichere Hafen" der Aktion Seebrücke wäre ein Zeichen gewesen gegen eine radikale Abschottungspolitik und für Menschlichkeit. Ein Zeichen, dass schon viele Städte und Kreise gesetzt haben.

Thomas Koch


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