Kreisverband Rottweil

Erhaltung des Kreiskrankenhauses Schramberg

ödp bezieht Stellung

Das Kreiskrankenhaus in Schramberg und die beiden Gutachten der Beratungsgesellschaft Solidaris standen im Mittelpunkt der Sitzung des Kreisvorstands der Ökologisch Demokratischen Partei / Familie und Umwelt (ödp).

Er war sich nach eingehender Analyse von Zahlen und Fakten einig, dass es nicht sein darf, dass rund ein Drittel der Bevölkerung des Landkreises im Großraum Schramberg kein ordentlich funktionierendes Krankenhaus mehr haben soll. Es geht um eine gesicherte Grundversorgung mit Notfallmedizin bei kurzen Wegen für Patienten und Angehörige.

Im Land Baden-Württemberg müssen bei allen Krankenhäusern rund 8000 Betten abgebaut werden. Das darf aber gemäß dem Vorstand der ödp nicht nur dadurch gelöst werden, dass vor allem ein einzelnes Haus, nämlich das in Schramberg, samt seinen Arbeitsplätzen bluten muss. Die Aussage des ersten Gutachtens vom Jahr 2008 ist für die Bevölkerung des Raums Schramberg schon schlimm genug. Dass Landrat Dr. Michel jetzt aber hauptsächlich nur noch die beiden nächst kleineren Lösungen des Zusatzgutachtens einer wenig definierten Portalklinik mit 35 bzw. 25 Betten favorisiert, ist für Schramberg und sein Umland völlig inakzeptabel. Ziel des fraktionsübergreifenden Antrags, der auf den Beratungen des Arbeitskreises „Gesundheitsversorgung im Raum Schramberg“ beruht, ist es, weitere Lösungsmöglichkeiten durch private und eventuell auch andere öffentlich-rechtliche oder frei gemeinnützige Träger zu bekommen, um danach auf breiterer Basis zu entscheiden. Das bedeutet zwar letztendlich eine Verschiebung der entgültigen Entscheidung um acht bis neun Monate, bringt aber eine viel breitere Basis für einen Beschluss, der im Landkreis Finanzmittel in Höhe von rund 50 bis 60 Millionen bindet. Die bundesweite Entwicklung im Gesundheitswesen ist mit Sicherheit nicht über einen langen Zeitraum voraus zu sagen, aber diese Entscheidung des Kreistags zementiert das Geschehen im Landkreis für die nächsten zwanzig oder gar dreißg Jahre. Die Portalklinik sehen die meisten nur als ein Zwischenstadium bis zum baldigen endgültigen „Aus“ des Krankenhauses. Die Kreisrätinnen und Kreisräte im Rottweiler Kreistag, so der ödp-Vorstand, zeichnen nicht nur für ihren jeweiligen Lokalbereich verantwortlich, sondern sind für das Wohl der Gesamtbevölkerung des Landkreises zuständig. Im Landkreis Rottweil wurden bislang die drei Krankenhäuser in Sulz, Schiltach und Dornhan, geschlossen, ein viertes darf nicht dazu kommen, vor allem, wenn nur eines nach dem jetzigen Gutachten profitiert, nämlich das in Rottweil. Der Träger heißt „Kreis GmbH“ nicht „Rottweil GmbH“.