Beim Landesenergietag am 25. September 2009 in Rottweil stellte Solarkocherexperte Christof Stocker aus Lauterbach das Prinzip Solaren Kochens und einige Sonnenöfen vor. Lesen Sie mehr zu diesem Thema im folgenden Artikel von ihm.
Rottweil (CS).Die Sonnenenergie lässt sich auf verschiedene Weise nutzen. Die einen machen mit den Sonnenstrahlen Strom über sogenannte Module (Photovoltaik), die anderen erwärmen heißes Wasser in einer Kollektoranlage (Solarthermie) und wieder andere Kochen und Backen mit den Strahlen in sogenannten Sonnenöfen.
Das Prinzip ist ein Einfaches. Die Strahlen werden entweder wie bei einer Parabolantenne gebündelt und auf einen schwarzen Kochtopf gelenkt. Diesen Sonnenofen Typ A heißt man Parabolspiegelkocher. Oder die Strahlen werden bei Typ B in einer Art „Gewächshaus“ eingefangen und nicht wieder herausgelassen. Diese Art Sonnenofen heißt man Boxkocher. Hier wirkt das Prinzip der Energiefalle. Bis zu 180 Celsius heiß wird es in der Herdmulde und diese Temperaturen reichen um in den Standard-Boxkochern bei klarer Einstrahlung an einem Tag bis zu 6 Brote zu backen oder 4 Brote und 1 Menue für eine sechsköpfige Familie oder 1 Menue + 2 Brote + 2 Kuchen.

Der ideale Sonnenofen kostest fast nichts, kann selbst gebaut werden, ist leicht zu bedienen, eignet sich zur Zubereitung aller Gerichte, hat eine lange Lebensdauer, ist ungefährlich, ist für große und kleine Mengen geeignet und speichert die Sonnenenergie zumindest für mehrere Stunden. Deshalb spricht Solarkocherexperte Christof Stocker bei den Sonnenöfen auch gerne von der „Solaranlage des kleinen Mann“.
An gut 100 bis 150 Tagen lässt sich in unseren Breiten die Sonne mit einem Solarofen „ernten“. Kochen, Backen, Nahrungsmittel haltbar machen (Dörren, Einkochen, Eindünsten etc. ), sogar Bügeln ist mit diesen einfachen Öfen möglich.
Alle gängigen Sonnenöfen werden inzwischen zu Selbstkostenpreisen von verschiedenen gemeinnützig orientierten Vereinen (siehe Internet- und Adressliste) anwendungsbereit oder als Bausatz vertrieben. Die Kosten für einen Standardofen vom Boxkochertyp wie den Lazola (inklusive Versand 278,00 Euro siehe Foto v. Energietag) lassen sich durch die Energieeinsparung erwirtschaften. Was jedoch viel wichtiger ist, ist der Zeit- und Lebensgewinn. Sie positionieren den Boxkocher so, dass sie die nächsten zwei bzw. drei Stunden überhaupt nicht danach schauen müssen. Ein Grundprinzip gilt für alle Boxkocher (Typ B). Es kocht nichts über, es brennt nichts an. Sie können in Ruhe einkaufen, telefonieren, Gespräch mit dem Nachbar oder der Nachbarin führen, Briefe schreiben … etc. .
Beim Parabolspiegelkocher (Typ A) ist es etwas anders. Hier hat man bei entsprechender Größe die gleiche Leistung wie bei einem Gas- oder E-Herd. Um die Augen vor unnötigen Sonnenstrahlen zu schützen, empfiehlt es sich hier eine Sonnenbrille aufzusetzen. Die Koch- und Backdauer ist gleich lang wie bei herkömmlichen Herden.
Die Botschaft ist eine einfache: „Lassen Sie die Sonne für sich arbeiten! Ernten Sie die Strahlen der Sonne von ihrem Balkon, Terrasse oder Garten! Die Sonne schickt Ihnen keine Rechnung!“
Sonnenöfen können nach vorheriger Absprache und Einführung auch über den IEES (Initiativkreis Erneuerbare Energien Schwarzwald und Umgebung) ausgeliehen werden. Adresse: IEES z.Hd. Christof Stocker, Fohrenbühlstr. 35 in 78730 Lauterbach, oder per Fax 07422 – 20845 oder iees [at] gmx [dot] net .
Literatur zum Thema:
Solarkocher – v. Bernd Hafner; Willi Heinzen; Paul Krämer ISBN 3-00-010457-7 (Preis 16,80 Euro) zu beziehen über iees [at] gmx [dot] net beim Autor des Artikels siehe Adresse.
Kochen mit der Sonne v. Rolf Behringer; Michael Götz im Ökobuchverlag ISBN 978-3-936896-39-8 (Preis 13,95 Euro)
Nützliche Internetadressen zum Thema Sonnenöfen finden Sie unter: www.solarfood.de; www.ulog.ch; www.lazola.de ; www.eg-solar.de;
Bei genügend Interesse (mindestens 10 Leute) findet im Winter ein eigener Informationsabend zum Thema Solares Kochen oder auch ein Baukurs in Würzburg statt. Bitte melden Sie sich
Sie werden vorgemerkt und rechtzeitig benachrichtigt.
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