Kreisverband Rottweil

Unterschriften-Aktion: „Kein Essen aus dem Genlabor“

In seiner Jahresabschlussaktion präsentierte der Kreisverband Rottweil der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) der Öffentlichkeit am Samstag am Wochenmarkt in Rottweil an die 2200 Unterschriften der Aktion „Kein Essen aus dem Genlabor". Damit unterstützte er sehr erfolgreich die bundesweite Aktion der ödp. 143 Blätter mit jeweils 15 Unterschriften bedeckten bis Mittag als Schuppenmantel das gut 2 m hohe Gestänge und bildeten ein dichtes, schützendes Zeltdach. Natürlich waren dies aus Datenschutzgründen nicht die Originaladressen. Die drei anwesenden ödp-Aktivisten hatten sie aber in einem dicken Aktenordner dabei. In vielen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern hat die ödp bei insgesamt 18 Aktionsständen seit dem Europa- und Kommunalwahlkampf aufgezeigt, dass sie die einzige aktive demokratische Partei im Kreisgebiet ist, die sich klar gegen jede Gentechnik in Lebensmitteln, Saatgut und Tierfutter ausspricht.

Wenn gentechnisch manipulierte Pflanzen blühen, gibt es keine Möglichkeiten, Pollenflug zu beschränken. Wenn feiner Saharastaub bis zu uns kommt, kann gentechnisch veränderter Blütenstaub theoretisch genauso weit fliegen. „Gentechnisch veränderte und sich immer weiter auswildernde Kreuzungen sind nicht mehr umkehrbar", sagen Wissenschaftler gemäß dem Kreisvorsitzenden Bernd Richter und seinen Mitstreiterinnen.

Edeltraud Maier, Schatzmeisterin im Kreisverband, forderte bei diesen Veranstaltungen die wirksame Haftung der Gentechnik-Firmen und landwirtschaftlichen Betriebe für die Folgen des von ihnen in Umlauf gebrachten Saatgutes. Auch der Landwirt muss für die Schäden auf den Feldern von anderen haften, die durch Bienen oder den Blütenstaub von seinen Kulturen  bei anderen verursacht werden. „Wenn wir unten an der Basis nicht ‚Aua' oder ‚Hurra' schreien, merken die oben nicht, dass wir etwas haben wollen oder ablehnen."

Gisela Spadinger, Schriftführerin, machte immer wieder deutlich, dass die Welthandelsorganisation WTO über das sogenannte TRIPS-Abkommen die Patentierbarkeit von Pflanzen und Tieren weltweit vereinheitlichen will und dass die Landwirtschaft mit der Terminator-Technologie in die vollständige Abhängigkeit der Agrarkonzerne  getrieben wird. Danach keimt Saatgut nur noch einmal und muss jedes Jahr neu gekauft werden. „Dieses teure Saatgut können sich aber nicht die kleinen bäuerlichen Betriebe, sondern nur die Großgrundbesitzer in der sogenannten dritten Welt leisten. Das ist keine Lösung für die Hungersnöte in der Welt."

Die ödp möchte die Ernährungssicherheit und Gesundheit der Bevölkerung nicht dem freien Handel opfern und will vor allem praktikable Lösungen. „Wer", so Bernd Richter, „nimmt sich im Supermarkt im Alltagsstress schon die Zeit und studiert jedes Mal von Neuem Hinweise, ob er gerade dabei ist, ein gentechnisch verändertes Lebensmittel zu kaufen oder nicht."

Wer sich der ödp-Aktion noch anschließen will, kann dies via Internet unter www.oedp-rottweil.de tun. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) reicht die gesammelten Unterschriften Anfang des neuen Jahres zentral beim Petitionsausschuss des Europaparlaments ein.