Kreisverband Rottweil

Richter: "Bildung ist eine Investition für die Zukunft"

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) Baden-Württemberg kritisiert in einer aktuellen Stellungnahme die "soziale Auslese" im deutschen Schulsystem. Die "soziale Auslese" ist ein Ergebnis der soeben veröffentlichten Studie "Programme of International Students Assessment" (Pisa).

Dazu Bernd Richter, ödp-Landesvorsitzender und selbst Berufsschullehrer: "Die zweite Pisa-Studie hat gezeigt, dass schulische Leistungen sehr stark vom Elternhaus abhängig sind." Bei gleicher Begabung habe ein Kind aus einem reichen und gebildeten Elternhaus eine sechsmal größere Chance ein Gymnasium zu besuchen, als ein Kind von armen und weniger gebildeten Eltern, so ein Ergebnis der Studie. "Wir fordern Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche", betont Richter. Dazu sei es notwendig, den Einzelnen im Rahmen seiner Möglich-keiten zu fördern. "Besondere Aufmerksamkeit sollten nicht nur Hochbegabte, sondern vor allem Behinderte, Ausländer und Kinder aus sozial schwachen Familien erhalten," erläutert der ödp-Politiker. Außerdem kritisiert Richter die jüngsten Vorschläge von Bundes-Bildungsministerin Bulmahn zur Abschaffung der Hauptschulen. "Offenbar will Frau Bulmahn mal wieder Geld sparen anstatt kostenintensives Personal zur gezielten Betreuung schwächerer Schüler einzustellen," begründet Richter seine Kritik.
In ihrem Konzept zur ganzheitlichen Bildungspolitik fordert die ödp unter anderem die Einführung eines kostenlosen Instrumentalunterrichts und die Ausweitung künstlerischer und handwerklicher Fächer. Um verhaltensauffällige Schüler optimal zu betreuen, schlägt die ödp vor, verstärkt Sozialpädagogen als Schulsozialarbeiter einzusetzen. Nicht zuletzt müsse auch die Lehrerausbildung verbessert werden. "Bildung ist ständig ökonomischen Zwängen unterworfen. Bildung ist aber eine Investition in die Zukunft, die sich nicht mit kurzfristigen betriebswirtschaftlichen Instrumenten steuern lässt," führt Richter aus. "Für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland muss die Bildung an erster Stelle stehen."

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